28. Bundesjugendvergleichsfliegen im Segelflug vom 28.09 bis 30.09.2012 auf dem Segelfluggelände Neuruppin / Brandenburg

Ausrichter des Vergleichsfliegens war die Luftsportjugend Berlin auf dem Segelfluggelände Neuruppin.

Das Segelfluggelände Neuruppin liegt inmitten einer reizvollen Wald- und Seenlandschaft, ungefähr 70 km nordwestlich von Berlin. Der Platz wird nicht von den Lufträumen der Berliner Verkehrsflughäfen beeinflusst und ist deshalb die ideale Basis für die Segelflieger von Berlin und Umgebung.

Das Areal ist ein ehemaliger russischer Militärflugplatz. Für die Flugzeuge und Betriebsfahrzeuge werden neben einer neu erbauten Flugzeughalle auch die Shelter der GUS Armee genutzt.
Die Oberfläche der SLB ist Gras, weil die alte Betonbahn rückgebaut und verlegt wurde.
Im Anflug auf Piste 28 sind trotzdem noch unlandbares Gelände und Trümmerbrocken vorhanden.

Das ist auch der Grund, warum die Jury, beim knappen Endanflug einzelner Teilnehmer, aus Gründen der Sicherheit per Funk korrigierend eingreifen musste.

Jeder Teilnehmer hat bis zu drei Wertungsflüge zu absolvieren, wobei es auch möglich ist, in einem Theorieteil zusätzliche Minuspunkte zu „ergattern“.

1.Flug: Start, Kreiswechselflug, Seitengleitflug, Ziellandung
2.Flug: Start, Kreisflug nach Schnellflug, Ziellandung
3.Flug: Start, Rollübung, Seitengleitflug, Ziellandung

Die Flugfiguren werden von einer Wettkampfjury aus insgesamt 10 Fluglehrern bewertet, wobei jeweils 5 die geraden und 5 die ungeraden Startnummern bepunkten.

Maximal sind etwas über 250 Punkte möglich. Nach Auswertung wurde die Gesamtpunktzahl dann von diesem Wert subtrahiert, d.h. auf den Urkunden und auf dem Protokoll erscheint ein positives Konto.

Sieger ist dann der Teilnehmer mit den meisten Punkten.

Die Teilnehmer der Mannschaft aus Sachsen hatten sich im Landesausscheid qualifiziert. Das waren im Einzelnen:
Bartl, Tommy FP Klix
Biele, Steven FP Görlitz
Putzke, Tom FP Kamenz

Dazu gesellten sich Helfer und der betreuende Fluglehrer:

Heilmann, Max
Heilmann, Florian
Kunze, Christopher
Bünger, Robert
Mücklich, Karola
Mücklich, Horst

Donnerstag, den 28.09.12

Die Anreise erfolgte, mit einem „Pirat“ als Wettkampfflugzeug für alle Teilnehmer, am Donnerstag problemlos, die Unterbringung war in Zelten und Wohnwagen, wobei die Nächte schon etwas kühl wurden. Damit war die erste sportliche Herausforderung, nicht zu erfrieren.

Freitag, den 29.09.2012

Am Freitag begann der Tag bei schönstem Sonnenschein und einer steifen Brise aus Südwest mit Einweisungsflügen und je einem Trainingsflug pro Wettkämpfer, beobachtet und bewertet von Max H. und Horst M..
Die Auslosung der Startreihenfolge erbrachte für unsere Teilnehmer ungerade Startnummern:

05 Biele, Steven
19 Putzke, Tom
25 Bartl, Tommy

Am Abend, beim Briefing der Jury, wurden die Startnummern den Wertungsrichtern zugeteilt. Horst M. bekam die geraden Startnummern zur Bewertung.
 
Team Sachsen
 
Die Aufgaben der Betreuer im Team sind abgestimmt worden:

- Betreuung beim Start, Kontakt zum Startleiter, Pilotensprecher, Rückholen etc.
V.: Max Heilmann

- Wettkampfjury, Manöverkritik, Durchsicht des Flugzeuges, Mitarbeit an der Ausschreibung
V.: Horst Mücklich
 
Die Heilmänner :-))
 
 
Der Cheffluglehrer
 
 
 
Unsere Wettkämpfer aus Sachsen zeigten gute bis sehr gute Leistungen, die Figuren wurden sauber geflogen, wobei:
das Vorhalten im Steigflug gelang nicht annähernd wie gefordert,
die Schräglagen Kreisflug waren steiler als gefordert (nur größer 30 °) und dementsprechend größere Winkelgeschwindigkeiten, wurde von der Jury nicht honoriert,
Endanflug wurde zu flach empfunden (Jury) , deshalb Eingriff per Funk (s.o.),
keine Nulllandungen, wobei Tommy Bartl (Foto) Bester mit zweimal „hauch dünn“ Minusfeld war.
 
 
Es herrschte am Ende des Tages eine sehr gute Atmosphäre unter den Teilnehmern, gemeinsam wurde eingeräumt und gefeiert, wobei auffiel, daß die Bayern preußischer als die Preußen waren.

Zur Erklärung (Fotos): Für die Bayern ist alles preußisch, was nördlich des „Weißwurschtäquators“ angesiedelt ist!
 
 
 
 
Die Auswertung und Abschlusssitzung erfolgte am Sonnabend 17:00 Uhr unter dem Vorsitz von Sportfreund Peter Weber, DAec , Jugendvertreter und Vertreter des Ausrichters mit einer Kurzauswertung und Fragen zur Wettkampfgestaltung, neue Elemente etc..

Ich brachte zwei Vorschläge ein, die sich am Ausbildungsprogramm und an der Praxis orientieren und den Wettkampf mit neuen Elementen neu beleben könnten:
anstelle Einfachvollkreise die Aufnahme von Doppelvollkreisen, um gleichbleibend saubere Steuertechnik demonstrieren zu können ( Horizontlage)
und in Anlehnung an Präzisionsflug, eine Landung über Hindernis, in Gestalt einer dünnen Wimpelleine quer zur Landerichtung, ins Zielfeld.

Die Vorschläge wurden wohlwollend zur Kenntnis genommen und müssen wahrscheinlich in den „zuständigen“ Gremien ausdiskutiert werden.

Sonntag, den 30.09.2012

Der Tagesordnungspunkt Siegerehrung verlief kurz und schmerzlos, die Wettkampfleitung zog Bilanz, die Ansprachen von DAeC und Land waren kurz, der Beifall der Teilnehmer herzlich und das Treffen der jungen Flieger war ein Meilenstein bezüglich Kontakte, Standortbestimmung, Kameradschaft und letztendlich Freude am Hobby Flugsport für jeden Einzelnen.

Die Teilnehmer aus Sachsen erhielten Urkunden für die Plätze:

25. Bartl, Tommy Aeroteam Klix
33. Putzke, Tom Fliegerclub Kamenz
36. Biele, Steven Fliegerclub Görlitz

Die gesammelten Punkte reichten zum 11. Platz in der Länderwertung, ist aber, wie ich finde, für die gezeigten Leistungen und dem Training im Vorfeld zu wenig.
 
 
 
 
Woran lag es?

Am zu fetten Essen bestimmt nicht, denn die Versorgung war überschaubar und steigerungsfähig, außer am Grillabend.

Die Schlussfolgerung:
Auch der zentrale Wettkampf braucht für die Teilnehmer aus Sachsen adäquate Wettkampfflugzeuge, wie ASK, Junior etc., um trotz guten Trainingszustandes mithalten zu können.
Allein das gänzlich andere Flugbild in den Übungen, der Anflug im Endteil, die aerodynamische Güte im Endteil hat die Fluglehrer der Jury, die mit diesem Ausbildungsflugzeug nicht vertraut sind, sicht- und vor allem hörbar überlastet(„Oh yeah, was soll denn das? Oh my good! etc.“).
Die Juryarbeit ist, ähnlich Eiskunstlauf, sehr subjektiv behaftet, außer bei den einzigen objektiven Teilen, wie Landefeld und Ziellandung, wo es um Meter und Punkte geht.
Da dann in der Punktewertung für die Richter ein ziemlich großer Ermessensspielraum liegt, kann trotz rechnerischer Nivellierung, ein großer Punktunterschied nur durch das Erscheinungsbild Flugzeug eintreten, welches mit den guten Leistungen des Piloten nicht im Zusammenhang steht.
An dieser Stelle wäre eine Analyse der Siegerflugzeuge sehr interessant.
In Vorbereitung des zentralen Bundeswettkampfes müssten die Wettbewerber am Wochenende zuvor ein zentrales Training auf dem Platz des Landessiegers Sachsen mit den Wettkampfflugzeugen absolvieren.
Dabei sind die Elemente so zu trainieren, wie es punktgenau die Ausschreibung vorsieht, nicht mehr, nicht weniger!
Da der Termin auf Ende September jeden Jahres fällt, würde dieses Wochenende in die „verkehrsarme“ Zeit jedes Fliegerclubs fallen.


Fazit:

Das Auftreten, Zusammenhalt und die Hilfsbereitschaft des Teams Sachsen war vorbildlich. Die Wettkämpfer organisierten sich selbst, was aber vom Alter und dem Ausbildungsstand her sehr gut zu erklären ist.
Die Wettkampfleitung arbeitete exakt, sicherheitsbewusst, mit großer Übersicht.
Der Ausrichter war am Rande seiner Kapazität bezüglich sicherstellendes Personal; Verpflegung war steigerungsfähig.

Ansonsten hat mir der Job großen Spaß gemacht, oder, wie der Berliner sagt:

„Det freut mir!“

Danke an alle Teilnehmer Team Sachsen 2012.

Horst Mücklich
Aeroteam Klix
01.10.2012
Sonnabend, den 30.09.2012

Der Wettkampftag begann sehr früh, mit 6:00 Uhr Frühstück, persönliche Vorbereitung, Ausräumen und um 7:30 Uhr Startbereitschaft aller 45 Teilnehmer aus 16 Bundesländern.

Das Aufstehen wurde durch einen steifen Südwestwind, mit einem Sonnenaufgang um 7:09 Uhr gekrönt, wobei einige Teilnehmer aus den anderen Bundesländern am Abend zuvor skeptisch waren, ob die Sonne so früh und wenn überhaupt, im Osten aufgeht.
Alles wurde gut!

Bei der Morgenbesprechung und im Briefing wurde ein starker Vorhaltewinkel beim Start eingefordert, bis in die Südwestecke des Flugplatzes, damit das Seil ohne großes Zutun des Windenfahrers, in Linie zum Startplatz niederfällt.

In meiner Einschätzung fand ich diese Forderung für die relativ leichten und aerodynamisch nicht so ausgefeilten Flugzeuge der „Holzklasse“, wie „Pirat“, schwer umsetzbar und brachte das auch in der Wettkampfjury zum Ausdruck, wurde aber überstimmt.

Die Wahl des Pilotensprechers fiel auf Tom Putzke aus dem Team Sachsen.

Wie ich aus der Sicht der Jury beurteilen konnte, machte er einen ausgezeichneten Job, als er die Beeinflussung über Funk einzelner Wettkämpfer monierte (s.o.). Dabei vertrat er höflich und konsequent die Meinung der Wettkämpfer, akzeptierte aber auch die Entscheidung der Jury.

Ich denke, dass er damit einen guten Beitrag zum gegenseitigen Verständnis und zum guten Wettkampfklima geleistet hat.

Mit zwei Winden waren alle Wettkampfflüge 1 und 2 mit 105 Starts, 13 Seilrissen, sehr starkem Seitenwind um ca. 16:00 Uhr ohne Besonderheiten beendet.

Zu spät für einen dritten Durchgang mit dem Wertungsflug 3.

Eine aufkommende Regenfront ließ die Jury den Wettkampf schließen.

Ein weiser Entschluss!
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Letzte Aktualisierung: 17.07.2018